Microsoft verspricht für Windows 7 sparsameren Umgang mit Systemresourcen und damit auch die Möglichkeit das kommende Betriebssystem auf bestehender Hardware und auf Laptops gut einsetzen zu können.
Ich habe also die veröffentlichte Windows 7 beta 1 Version heruntergeladen, und auf meinem alten MotionComputing Le1600 installiert. Das ist ein “betagter” Slate Tablet PC mit 1.5 GB RAM einem Intel Pentium M (1.5 GHz) und einer 60 GB Festplatte. Die Spezifikationen der letzten US-Generation (1.6 GHz) für alle Tech-Freaks sind hier als pdf.
Motion Computing LE1600 mit XP
Der Le1600 ist ein wunderbarer Slate Tablet PC. Er wurde ursprünglich mit Windows XP ausgeliefert. Alles lief wunderbar.
Motion Computing LE1600 mit Vista
Dann kam Vista auf den Markt. Von den Produktivitätsvorteilen die Microsofts Pen & Ink bieten überzeugt, wollte ich damals die neuen Tablet Features die Vista bietet unbedingt nützen. Motion war eines der ersten Unternehmen, welches Vista-Treiber für Ihren älteren Le1600 nachlieferten. Gratulation, denn es ist – leider – nicht selbstverständlich, dass Computerhersteller Unterstützung neuerer Betriebssysteme für ältere Hardware bieten. Auch war für Treiberentwickler die Lernkurve bei dem neuen Betriebssystem Vista wieder ziemlich flach – weithin bekannt die anfänglich schlechte Vista Hardware-Unterstützung. Es gab mit Vista auf dem LE1600 eigentlich keine Probleme. Vista lief erstaunlich gut. Trotzdem benötigte Vista so viel Resourcen, dass die Arbeit auf dem LE1600 trotz 1.5 GB Ram(!) mit mehreren Programmen deutlich langsamer wurde. Die Grafikkarte (Intel 915GMS s. GMA 900) des LE1600 ist eine Technologie aus der Generation bevor Vista auf den Markt kam. Sie unterstütz kein AERO. Vista Basic funktioniert. Allerdings, wartet man bei der Verwendung mehrerer Anwendungen der Microsoft Office 2007 (Outlook, Word, Excel, Powerpoint, Visio), eines Browsers und einigen open Source Programmen nicht nur auf die Anwendungen selber, sondern auch auf die Darstellungen auf dem Bildschirm. Kurz Vista war kein Vergnügen auf dem LE1600 und die verbesserten Tablet PC Features konnten ihre Stärken durch Vistas Resourcenhunger nicht zur Geltung bringen.
Zusätzlich funktionierte der Fingerprint Sensor nicht mehr. Einmal an einen Fingerprint-Sensor gewöhnt, ist das sehr störend. Denn man muss jedesmal, wenn man sich an den PC anmeldet mit dem Stift auf der Bildschirmtastatur einzelne Tasten drücken. Bei einem mobil eingesetzten PC ist das in Besprechungen, Konferenzen oder Gesprächen zeitraubend, ablenkend und gar nicht sicher.
Da die XP Omnipass-Treiber für den Authentec Fingerprint Sensor des LE1600 mit Vista nicht mehr funktionieren, stellte Motion eine Omnipass Testversion auf der Vista-Treiberseite zur Verfügung. Trotz Kaufes der Omnipass-Vollversion und zahlreicher Emails mit Support von Softex und von MotionComputing war es nicht möglich, Omnipass und damit den Fingerprint-Sensor zum Laufen zu bringen. Es scheint bei Softex auch nur Support-Level1 gegeben zu haben.
Motion Computing LE1600 mit Windows 7
In der Hoffnung, dass Microsoft diesmal die Unterstützung der Biometrie (s. Windows 7 Blog) mit dem Windows Biometric Framework wirklich realisiert und man den eingebauten Authentec Fingerprint Sensor auch ohne Omnipass betreiben kann, machte ich mich an die Installation. Die Installation ist von Vista kaum zu unterscheiden. Man sieht, dass es sich um eine Vista-Fortentwicklung handelt.
Der Hersteller des Fingerprint-Sensors im LE1600 ist Authentec. Der Beta Fingerprint Sensor von Authentec für Windows 7 findet sich hier: http://www.authentec.com/win7beta32.cfm und er funktioniert tatsächlich – ganz ohne das umständliche und behebige Omnipass.
Um den LE1600 unter Windows 7 auch mit Sound benützen zu können, braucht man dann noch einige manuelle Schritte, um den XP Sigmatel Treiber zu installieren. Es gibt eine gute Übersicht zur Installation von Vista auf dem MotionComputing LE800, die man in Analogy für den LE1600 sowohl für Vista, als auch für Windows 7 beta 1 anwenden kann. Sehr empfehlenswert dort ist der Tip den folgenden Registry-Key HKEY_CLASSES_ROOTDirectoryBackgroundshellexContextMenuHandlersigfxcui zu entfernen, denn dann funktioniert der Rechtsklick auf dem Tablet wirklich perfekt.
Weiters habe ich das Motion Dashboard des LE1700 installiert, denn dann funktionieren auch die Zugriffe auf Sound und Grafik in Windows 7. Das einzige Gerät für das ich keinen geeigneten Treiber finden konnte ist der Infrarot-Port. Diesen habe ich daher im Bios deaktiviert.
Erster Eindruck von Windows 7 auf dem LE1600
Der Motion LE1600 ist deutlich schneller als unter Vista. Er reagiert ausgezeichnet auf Benutzereingaben.
Während der Installation von Office, Opera und einigen anderen Anwendungen ist der Windows Explorer einige Male abgestürzt. Aber erstens startet er sehr schnell wieder und zweitens darf man nie vergessen, dass es sich um eine Beta 1 handelt.
Das wechseln zwischen zahlreichen Office-Anwendung geht rasant! Insgesamt wirkt die Beta 1 tatsächlich sehr vielversprechend. Ein Update werde ich geben, sobald ich Windows 7 mit dem Motion LE1600 einem wirklichen Alltagstest unterzogen habe.
Weitere Links zu Windows 7:
Antivirus Utilities for Windows 7: http://www.microsoft.com/windows/antivirus-partners/windows-7.aspx
Leistungsvergleich von Windows 7 mit Vista und XP http://blogs.zdnet.com/hardware/?p=3236&page=2 der vermutlich bis zur Fertigstellung relativiert werden wird.
